Abdullah Ibrahim

Fallen Ihnen mehr als drei Musiker ein, die völlig auf sich allein gestellt einen Konzertsaal wie die Elbphilharmonie in Hamburg erstens ausverkaufen und zweitens alle diese Menschen für 80 Minuten in Trance versetzen können? Falls ja, sind Sie wirklich tief vertraut mit Jazz. Falls nein, müssen Sie sich nicht schämen. Es gibt nämlich nicht viele. Womöglich ist Abdullah Ibrahim sogar der einzige. Keith Jarrett und Martial Solal spielen nicht mehr, Chick Corea ist gestorben, ebenso Art Tatum.

„Wer an diesem Abend gekommen ist, der erlebt eine Legende des Jazz, des Kampfes gegen die Apartheid, aber auch einen Mann, der sichtbar seine Mitte gefunden hat und ohne jeden Showeffekt 2.100 Menschen zu bannen vermag.“ (Hamburger Abendblatt, 27.08.2023).

Der Südafrikaner Abdullah Ibrahim (geboren 1934) stammt aus Kapstadt. Dort hörte er in seiner Kindheit und Jugend die rhythmisch und melodisch so ergreifende Musik seiner Heimat und transformierte sie in seine eigene, indem er Jazz in all seinen Ausprägungen einband. Je älter er wurde desto mehr destillierte er daraus etwas, was durch den Begriff „Jazz“ nur bedingt beschrieben ist. Ibrahim scheint lebende Musik zu sein, Musik in Fleisch und Blut und Geist. Er setzt sich an den Flügel und ansatzlos entströmen diesem „schwarzen Kasten“ leuchtende Ton-Girlanden. Die haben keine Unterbrechungen, denn Ibrahim setzt Pausen so, dass sie wie Töne wirken. Stille erklingt. Wie ein Magier gebietet er über die 88 Tasten. Wie Moses wirkend, der das Meer teilte. Er lässt es anschwellen, mächtige, hohe Wellen tragen einen, dann ein sanftes Schaukeln, Ruhe, bis die nächste Welle kommt. Es verändert sich die Wahrnehmung von Zeit. Die physikalische Größe wird plastisch.

60 Jahre Jazz, protegiert von Duke Ellington, musikalischer Partner von u. a. Max Roach, Ornette Coleman, Don Cherry und seit den 1970er-Jahren vorwiegend mit eigenen Projekten erfolgreich (Ekaya, Duos, Trios, Big Band), zuletzt besonders als Solist („… sorgt für emotionalen Höhepunkt in Leverkusen“ beim Jazzfestival 2023). Nicht zu vergessen die unnachahmlichen Themen seiner Stücke: Mannenberg, African Marketplace, Tuang Guru u. a, die Ibrahim immer wieder neu interpretiert. Sie tauchen auf wie aus dem Nebel, werden deutlich und verschleiern sich wie hinter Gaze.

Abdullah Ibrahim – ein Musiker wie es keinen vergleichbaren gibt auf Erden – zu Gast in Kempten.

Infos

 Beginn: Samstag, 04.05.2024, 20:00 Uhr
 Stadttheater (Theaterstraße 4, 87435 Kempten)
Einlass: 19:00 Uhr
 Festival
 Musik
Preis: 48,00 €/ 38,00 €/ 28,00 € (inkl. VVK-Gebühren und 7% MwSt.) Ermäßigungen werden im Warenkorb abgezogen.
Klicke auf die gewünschten Plätze.
Hinweise:
  • Sitzplätze werden für 10 Minuten reserviert, nachdem sie in den Warenkorb gelegt wurden.
  • verfügbare Plätze
  • belegte Plätze
  • Rollstuhlplätze (sofern verfügbar)
  • Begleitpersonen (sofern verfügbar)